SK Mannheim-Lindenhof 1865 e.V.


Jugend - BJEM 2017

Badische Jugendeinzelmeisterschaft 2017

Gleich zu Beginn des Jahres fanden auch dieses Jahr die BJEM in Karsruhe bzw. Untergrombach statt. Mit insgsamt 8 Spielern waren wir in diesem Jahr am Start und haben damit wieder ein sehr ordentliches Kontingent gestellt und haben mit Luka auch in diesem Jahr einen Titel (U14) sichern können. Im Einzelnen:

Bei der U16 spielten für uns Lennart Scheid (2,5/7, Platz 14) und Erik Wu (2/7, Platz 15). Beide hatten sich wohl etwas mehr erhofft, sollten aber die Erfahrung aus diesem Turnier positiv umsetzen. 

In der Klasse U14 konnte dieses Mal Luka Wu mit 6/7 den Meistertitel für sich sichern. Gratulation und herzlichen Glückwunsch. Sein Bruder Leon Wu landete mit 5/7 auf dem 3.Platz. Damit sind beide auch wieder für die Deutsche Meisterschaft an Pfingsten qualifiziert. Für Leon Vinokovsky ging es vor allem darum weitere Erfahrung gegen starke Gegner zu sammeln. Mit 2/7 und Platz 14 sollte er nicht unzufrieden sein.

Bei der U14w hatte Lisa Groß bei ihrer ersten Badischen einen schweren Stand gegen deutlich erfahrenere Gegnerinnen. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass die Partien in Karlsruhe sie weiter voran bringen werden. 

In der U12 stand Jan Stillbauer lange ganz oben in der Tabelle. Immerhin hat er so von allen Teilnehmern den höchsten Buchholzwert zu verzeichnen. Durch eine Niederlage in der letzten Runde rutschte er leider noch auf Platz 6 ab (4/7) und hat damit auch die Qualifikation zur Deutschen knapp verpasst. Marius Gündel erzielte hier mit 3,5/7 den 9. Platz, konnte allerdings nicht wirklich im Kampf um die Qualifikationsplätze eingreifen.

 

Jugend - DVM - U12 (2016)

Deutsche Jugendvereinsmeisterschaft DVM - U12

In Magdeburg

 

1. Runde:  USV TU Dresden (Sachsen)

Gemäß der ursprünglichen Rangliste (Schnitt der besten 4 DWZ) war Dresden sogar vor uns. Da aber offenbar nicht alle mitgekommen sind, rutschen die Dresdner in der Setzliste auf Rang 13 ab und wir bekamen es gleich in der ersten Runde mit einer wirklich starken Mannschaft zu tun.

Tatsächlich waren alle Partien lange ausgeglichen. Marius (4) sah schon wie der sichere Sieger aus, aber sein Gegner verteidigte sich sehr geschickt und so gewann Marius zwar die Dame, aber musste aber auch so viel Material geben, dass die Stellung „nur“ Remis war. Erst bei der Analyse sahen wir den Gewinnweg, schade. Anton (3) gewann relativ früh eine Figur, musste aber einiges an Gegenspiel aushalten und mit einigem Geschick Figur für Figur abtauschen. Das Endspiel war dann klar gewonnen 1,5:0,5. Luka (2) stand optisch eigentlich gut, musste aber nach einem objektiv schönen Qualitätsopfer der starken Diagonale Tribut zollen und verlor zu viel Material. Der Ausgleich 1,5:1,5. Alles hing also nun von Leon (1) ab. Im Damenendspiel schien er leichte Vorteile zu haben, zumal er die deutlich bessere Zeit hatte. Der Gegner schaffte es aber jeweils mit dem 30 Sekunden Bonus zu überleben und die Stellung ausgeglichen zu halten. Also 2:2 ich denke nach den Partieverläufen ein gerechtes Ergebnis, auch wenn wir uns vielleicht mehr erhofft hätten, aber noch kein Beinbruch.

2. Runde: SK Bebenhausen (Württemberg)

Gegen die „Schwaben“ sind wir bei der Baden-Württemberg Meisterschaft noch unterlegen, heute sollte es natürlich deutlich besser werden. Dieses Mal waren unsere Spitzenbretter nicht zu halten. Leon (1) gewann – gegen einen eigentlich guten Gegner – bereits aus der Eröffnung heraus eine Figur und spielte die Partie sehr humorlos zu Ende. 1:0 Luka zeigte, dass er die Prinzipien im Drachen deutlich besser verstand als sein Gegner und die Stellung verbesserte sich Zug um Zug. Nach einem Figurengewinn im Zentrum lies er nichts mehr anbrennen. 2:0. Auch die Stellung von Jan (4) wurde nach der Eröffnung Zug um Zug besser. Zum Abschluss verblieb ein Turmendspiel mit Mehrbauer, das Jan dann doch recht souverän nach Hause und zum endgültigen Mannschaftserfolg brachte. Anton (3) fehlte nach der Eröffnung ein Bauer, aber hatte durch die Figurenstellung wohl ausreichend Kompensation. Nach dem Bauernrückgewinn stand er m. E. deutlich besser, aber das resultierende Bauernendspiel war wohl klar Remis. Aufgrund des bereits feststehenden Mannschaftergebnisses probierte er aber das Spiel noch zu seinen Gunsten zu enbtscheiden, was aber leider nach hinten los ging 3:1. Nicht tragisch, da der Mannschaftserfolg ja bereits sicher war.

Nach dem ersten Tag sind also im vorderen Drittel des Turniers und werden morgen versuchen uns weiter in der Spitze festzusetzen. Noch ist alles möglich.

3. Runde: SG Königskinder Hohentübingen (Württemberg)

Am zweiten Tag ging es weiter mit dem nächsten Baden-Württemberg Duell gegen die an 8 gesetzten Hohentübinger. Nach der Eröffnungsphase hatte ich schon ein gutes Gefühl, auch wenn objektiv noch wenig greifbares zu sehen war. Die erste Entscheidung brachte wieder Leon (1), der nach einem soliden Sizilianer etwas überraschend einfach eine Figur gewann, und dies mit einer Super-Kombination inkl. Damenopfer zum schnellen Sieg brachte. Zwischenzeitlich gewann Marius (4) schon eine Figur, so dass eigentlich nichts mehr schief gehen konnte. Dies galt erst recht als der Gegner von Luka (2) die Grundreihe vernachlässigte und Luka dies gnadenlos ausnutzte 2:0. Auch Marius setzte die Mehrfigur souverän um, was unseren Sieg sicher stellte. Jan musste sich gegen ein Königsgambit erwehren, und hatte bei zwei Figuren gegen Turm und Bauer ein deutliches Plus an Aktivität, das sich zum Ende in einen schönen Mattangriff resultierte. 4:0 besser geht es nicht und damit haben wir uns jedenfalls schon mal die inoffizielle Baden-Württembergische Meisterschaft gesichert! So kann es gerne weitergehen.

4. Runde: BSG Grün-Weiß Leipzig (Sachsen)

Nach den bisher guten Resultaten durften wir in dieser Runde gegen die topgesetzten und im Turnier führenden aus Leipzig ran. Immerhin haben diese einen 12- jährigen im Team mit 2093 DWZ, mein Respekt! Aber wenn du vorne landen willst, musst du alle schlagen und so gingen wir hochmotiviert in dieses Spiel. Die Partien liefen dann leider recht ernüchternd. Anton (3) berechnete eine Abwicklung falsch und stand damit ohne Dame da, Leon (1) musste einen fiesen Läufereinschlag auf e6 hinnehmen und Marius (4) nutzte für den vermeidlichen Bauerngewinn die falsche Figur, was einen Figurenverlust bedeutete. Luka (2) stand m. E. lange Zeit vielversprechend, aber nach diversen Täuschen war das Endspiel „nur“ ausgeglichen, was das auch unser einziger halber Punkt blieb. Damit ist zwar der erste Platz in weiter Ferne, was uns aber nicht daran hindert in den nächsten Runden zumindest die Podestplätze anzugreifen.

5. Runde: Erfurter SK (Thüringen)

Die Erfurter waren bisher vor allem mit 2 Geschwistermädchen an den beiden hinteren Brettern stark. Wir waren also gewarnt. Tatsächlich hatte ich heute im Verlauf der Partien kein gutes Gefühl. Jan (4) verlor bereits in der Eröffnung einen wichtigen Bauern und konnte auch wegen des starken Spiels seiner Gegnerin nie wirklich in die Partie finden 0:1. Leon und Luka hatten jeweils Remisangebote, die objektiv gesehen wohl auch gerechtfertigt waren, aber da wir gewinnen wollten, sollten beide weiterspielen. Tatsächlich gewann Luka bald die Qualität. Zwar blieb die Umsetzung weiter relativ kompliziert, aber nach einem weiteren Figurengewinn war die Partie natürlich entschieden 1:1. Leon’s Vorteil war aus meiner Sicht – wenn überhaupt – nur gering. Erst durch diverse Täusche bekam er einen Freibauern auf der a-Linie der bereits entscheidend nach vorne strebte. Sein Gegner musste eine Figur geben, der Rest war „Technik“ 2:1. Die Stellung von Anton (3) erschien sehr kompliziert, entsprechend nachteilig war es, dass er seine Bedenkzeit schon weitgehend aufgebraucht hatte. Beide verpassten wohl Chancen besser zu spielen, aber letztlich setze sich der schwarze Druck auf der 2. Reihe entscheidend durch und die „Schummelversuche“ von Anton blieben wirkungslos 2:2. Vor der Partie wäre ich damit nicht zufrieden gewesen, aber nach den gesehenen Partien muss ich zugeben, dass dies eher für uns glücklich war. Aber noch sind die vorderen Plätze drin, wir werden darum kämpfen.  

6. Runde: SG Porz (NRW)

Zur 6. und vorletzten Runde bekamen wir es mit den immerhin an Position 4 gesetzten Porzern zu tun. Das Spiel begann sehr negativ für uns, da Jan (3) sehr schnell in ein Endspiel mit zwei Minusbauern geraten war, das er auch nicht mehr halten konnte 0:1. Jetzt durfte nichts weiter schief gehen. Leon zeigte wiederum seine Klasse und zwang den Gegner im Caro-Kann zu dem ungewöhnlichen Th7 als Verteidigungszug. Das war noch sehr wichtig, da im folgenden – sehr sehenswerten - Angriff die Rochade wohl Schwarz gerettet hätte, ging ja aber wegen der Turmbewegung nicht mehr, so war die Dame und damit die Partie verloren 1:1. Leider konnte dieses Mal Luka (2) mit seinem Bruder nicht mitziehen. Offenbar unterschätze er den „2 Springerangriff seines Gegners und musste Material und später auch die Partie geben. 1:2. Dafür stand Marius aber bereits gut und sein Gegner hatte bereits wenig Zeit (!). Der vermeidliche Bauernverlust zeigte sich  als Figurengewinn für Marius und damit sollte doch das 2:2 sicher sein. Nach fast vier Stunden Spielzeit machte sich jetzt aber der Faktor Zeit bemerkbar. Das Endspiel war zwar für Marius klar gewonnen, aber er brauchte letztlich zu lange um einen richtigen Weg zu finden. Der Partieverlust durch Zeit war nach dem wirklich tollen Spiel von Marius schon etwas tragisch, aber auch davon geht die Welt nicht unter. Dennoch eine bittere und etwas unverdiente 1:3 Niederlage, damit haben wir natürlich alle Chancen auf einen vorderen Platz eingebüßt, dennoch gilt es morgen sich zum Abschluss noch achtbar zu schlagen.

7. Runde: Delmenhorster SK (Niedersachsen)

In der letzten Runde wollten wir nochmals angreifen, auch wenn wir leider keine Chance mehr hatten auf die ganz vorderen Plätze. Mit Delmenhorst - immerhin an Platz 6 gesetzt - wartete allerdings kein leichter Gegner auf uns. Entsprechensd umkämpft waren die Partien. Wieder einmal war auf Leon (1) Verlaß. Mit einer schönen Kombinationen gewann er im Mittelspiel einen wichtigen Bauern und spielte diesen in aller Ruhe und Souveränität nach Hause. Wirklcih sehr beeindrucken 1:0. Fast zeitgleich gewann auch Anton (3) seine Partie. Ich sah seine Mittelspielstellung eher kritisch, aber sein Gegner fand nicht die besten Züge und stellte dann auch noch seinen Läufer einzügig ein. Der Rest war nur noch Formsache 2:0. Da auch Luka und Marius sehr gut standen sah es schon nach einem Kantersieg zum Abschluß aus. Der Königsangriff von Luka (2) sah optisch auch sehr gut, allerdings war alles noch haltbar und sein Gegner fand auch die richtigen Züge. Das resultierende Bauernendspiel war wohl auch Remis und wir haben uns damit den Mannschaftssieg endgültig gesichert 2,5:1,5. Marius (4) stand zu diesem Zeitpunkt auch auf Gewinn, er kam deutlich besser aus einer Mittelspielabwicklung heraus und aufgrund seiner aktiven Figuren schien der Sieg nur noch Formsache. Leider hatte Marius bei der Umsetzung des Vorteils die falsche Idee, so dass in der Partie  "nur" ein Remis verblieb, aber der Mannschaftskampf 3:1 gewonnen war.

 

Zusammenfassung Turnier

Ein einem sehr ausgegleichen Teilnehmerfeld - mit Ausnahme von Grün-Weiß Leipzig, die auch sehr souverän ihrer Favoritenrolle gerecht wurden - verblieb uns damit der 8. Platz. Wenn man vorab an 3 gesetzt war erscheint das natürlich auf den ersten Blick etwas enttäuschend, aber vom Einsatz und Bemühung kann und will ich keinem einen Vorwurf machen. Im Nachhinhein trauert man den vergebenen Punkten gegen Dresden (mit nur 0,5 Punkte von Leon und Luka, sowie der nicht konsequente Mattangriff von Marius), gegen Erfurt (nach 2:1 Führung) und gegen Porz (Zeitnotdrama) nach. Mit nur einem Mannschaftspunkt mehr wären wir mindestens 5. geworden. Aber vielleicht hätten wir dann auch andere Gegner bekommen und überhaupt sind solche Überlegung irgendwie nutzlos. Fakt ist, dass Leon mit 5,5/7 (Schnitt: 1763) am ersten Brett ein supergutes Turnier gespielt hat. Auch Luka steht am 2. Brett mit 4/7 (Schnitt 1574) noch recht gut da. An den hinteren Brettern hatten wir ja den Luxus, das wir rotieren konnten und dadurch eher ausgeruht in die Partien gehen konnten, was sich aber leider nicht so wie erhofft ausgewirkt hat. Statistisch stehen Anton mit 2/5 (Schnitt: 1438), Jan 2/4 (Schnitt: 1375) und Marius 2/5 (1280) zufriedenstellend da, aber das war allerdings auch zu wenig um in der Mannschaftstabelle ganz vorne landen zu können. Aber vielleicht einmal abgesehen von den doch hoch gesteckten Erwartungen ist ein 8. Platz bei einer deutschen Meisterschaft aller Ehren wert, das sollte auch nochmals in aller Deutlichkeit gesagt werden. Für mich verbleiben insgesamt schöne Tage in Magdeburg, der Zusammenhalt im Team war absolut vorbildlich und sie haben mir die Betreuung wirklich leicht gemacht. Da kann ich nur sagen weiter so! ... und wenn sich unsere Jungs an den positven Ergebnissen hochziehen und aus den Fehlern in ihren zukünftigen Partien lernen, dann hat sich diese Meisterschaft allemal gelohnt!

Thorsten 31.12.2016